Graswurzeln

Als Graswurzelbewegung wird im deutschsprachigen Raum eine politische oder gesellschaftliche Initiative bezeichnet, die aus der Bevölkerung heraus, also „von unten”, entsteht. (Wikipedia.org)

Beispiele Juni 29, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 3:50

So. Nun hab ich ein Semester lang über „die Wirtschaftsmacht von Bloggern“ gebloggt, dabei Neues gelernt und Altes verworfen, bin ich wirklich schlauer geworden in diesem Semester?

Ihr merkt es schon: es geht zu Ende. Natürlich würde ich jetzt hier gerne schreiben: „Ich mach weiter, auch wenns keine Noten mehr dafür gibt!“ aber ganz überzeugt bin ich davon nicht. Ich kenne ja meinen inneren Schweinehund, und die anstrengenden Semester.

Ich hab ein Semester lang gebloggt, ohne je bewusst Links anzugeben, um mal selbst in solche Blogs reinzuschauen, hier also eine willkürliche Auswahl an Watchblogs, die etwas bewegen (wollen):

 

www.bildblog.de

http://www.platterwatch.at/

http://medienlese.com/

http://blogs.eweek.com/applewatch/

http://googlewatch.eweek.com/

http://wilgorenwatch.blogspot.com/

 

Je nachdem wie man zählt, habe ich genug Blogeinträge, oder auch nicht. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass meine Einträge jeweils sehr viel länger, und deswegen auch aufwändiger waren, als verlangt. Das kann positiv oder negativ bewertet werden, aber die verlangten 10 A4-Seiten habe ich auf jeden Fall geschafft.

 

Abschliessend denke ich, dass Blogs weiterhin eine Aufsichtsfunktion übernehmen werden, da sie aber stark abhängig sind von Leserzahlen und guten Beziehungen, werden es am Ende wieder die selben Kreise sein, die schon seit eh und je Skandale aufdecken oder eben auch vertuschen konnten.

 

Internet für die Freiheit Juni 19, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 7:27
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Letzthin hat Caroline eine Lektion zu ihrem Thema, der Chinesischen Mauer im Netz gehalten. Da wird ja nicht nur kontrolliert, was in China einsehbar ist, sondern auch was nach aussen dringt, über Kontrolle der vergebenen IPs und URLs.

Danach hat sich eine Diskussion entsponnen, in der unser Dozent die Meinung vertrat, die Zensur Chinas sei für die Bevölkerung nicht so schlimm und auch nicht von uns einfach per se als falsch zu werten, schliesslich seien sich die Menschen nichts anderes gewohnt und könnten auch gar nicht mit einer solchen Fülle von Informationen umgehen. Aha.

 

Heute nun war im 10vor10 ein Beitrag, in dem die Eltern eines Opfers des Tian’anmen-Massakers interviewt wurden. Sie haben während der olympischen Spiele Hausarrest bekommen, damit sie ja keinem ausländischen Journalisten etwas von den Zuständen in China erzählen. Auch andere Chinesen kamen zu Wort. Es kam mir nicht so vor, als fänden diese Menschen das alles nicht so schlimm und hätten auch gar nicht das Bedürfnis, sich mitzuteilen… ohne Zensur wäre mehr Fairness auch in China möglich. Die Chinesen hätten die Möglichkeit auf Missstände aufmerksam zu machen (am einfachsten halt über Blogs!) und damit etwas zu bewegen (wenn auch erst auf Druck des Auslands). Einer der Interviewten sagt, der Westen lasse sich von Chinas wirtschaftlichem Erfolg blenden. Recht hat er!

 

Wer bloggt denn da? Juni 19, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 12:52

Im Vortrag bin ich bereits darauf eingegangen, im Blog hab ich das bisher gelassen; Die Frage nach den Blogautoren. Wer verbirgt sich hinter den Blogs, die unsere Meinung beeinflussen (wollen)?

 

„Eine aktuelle Studie des Pew Internet & American Life Project gelangt zu ähnlichen Werten (Anmerkung von mir: wie eine andere Studie 2004) für die US-amerikanischen Blogger (54% Männer, 46% Frauen). Insgesamt sollen in den USA 8% der Internetuser, also etwa 12 Millionen Menschen, ein Weblog führen.“ (Enrico Fischer (2007): Weblog & Co. VDM Verlag Dr. Müller, S. 38 )

(mehr…)

 

Watchblog für Politikergattin Juni 19, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 11:45

beziehungsweise eher über die Berichterstattung über die Gattin.

Michelle Obama, Barack Obamas Frau wird in den Medien oft fragwürdig dargestellt, obwohl (oder weil?) sie eine emanzipierte, erfolgreiche Anwältin ist. Eher ungewöhnlich für die Gattin eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten.

 

Entdeckt bei: http://maedchenmannschaft.net/michelle-obama-watch/

 

Was bedeutet das für die Entwicklung der Watchblogs? Wird zunehmend auch das Umfeld von Prominenten, Firmen und Vereinen „gewatcht“? Und was bedeutet das für diese Personen? Ist es eine zusätzliche Belastung, oder kommt es nicht auf noch eine Medium an, das jeden Schritt beobachtet?

 

Kommentiert April 28, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 4:53
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Jaja, ich komme spät damit, wissen tu’ ichs schon lange, aber ebenso lange wusste ich nicht, ob ich es hier überhaupt erwähnen soll: Ich wurde kommentiert!

Nicht erwähnen wollte ich es, weil mich die Art des Kommentars geärgert hat. Der Kommentar ist mit „weiblicher schweizerischer Metablog“ betitelt, was bereits das  Ärgernis beinhaltet. Ist es echt so wichtig, dass ich weiblich bin? So erwähnenswert?

Stimmt, unerfahren bin ich bestimmt, gemessen an Bloggern der ersten Stunde, auch gemessen an Bloggern, die sich schon lange für das Thema Blog interessieren, aber deswegen ja der Versuch, nicht, dass ihr mich missversteht…

Aber vermutlich hat Napoleon in grosser Voraussicht die Hauptregel für Blogger erfunden, als er gesagt hat, dass es unwichtig ist, was über einen gesagt wird, hauptsache, es wird über einen gesprochen.

Jööööö.

 

Im übrigen ist der Kommentar aber eine gute Antwort auf die eingehenden Gedanken im „über mich“.

„durchschaut weder den Filz noch die Eigentumsrechte einzelner Blogs.“

Mittlerweile habe ich denn wenigstens etwas hinter die Fassade einiger Blogs sehen können, und bin nicht mehr so wahnsinnig optimistisch. Letzlich ist jeder Blog, mag er noch so gut und relevant sein, auf die Verlinkung von anderen Blogs und die Referrenzierung von Suchmaschinen angewiesen. Wird über ein Thema gebloggt, dass der Blogosphäre oder Google nicht passt, steht man eh schon auf verlorenem Posten.

Schade, wäre das Internet doch wirklich eine Möglichkeit gewesen, die Gesellschafts- und Machtstrukturen neu zu mischen.

 

Mobbing – auch im Internet ein Thema April 27, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 1:38
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Mittels der Kommentarfunktionen in Blogs, Socialnetworking-Profilen und auf Homepages (dort eher als Gästebuch) ist es jedem möglich mehr oder weniger anonym und vorallem ungestraft andere Personen zu kritisieren, anzugreifen, verfolgen, mobben. Dies trifft auf Personen zu, die selbst im Netz aktiv sind.

Aber auch Personen, von denen keine Profile, keine Blogs und keine Homepages im Internet zu finden sind, können virtuell gemobbt werden; Mit massenhaft versendeten E-Mails zum Beispiel, auf eigens eingerichteten Homepages, oder in Blogs.

Bekannt ist dieses Phänomen hauptsächlich im Zusammenhang mit Schüler-Lehrer-Konflikten oder unter Jugendlichen, auch Stars haben immer wieder unter sogenannten „Cyberbullying“ oder „Cybermobbing“ zu leiden.

„Bei der Schweizerischen Kriminalprävention ist Cybermobbing schon länger bekannt. Unter Jugendlichen sei Mobbing kein neues Phänomen, sagt Leiter Martin Boess [...] Neu sei hingegen der Kanal, den nun einige Jugendliche nutzen: «Das Mobbing ist nicht direkt, sondern erfolgt auf Distanz», sagt Boess. «Viele Opfer erfahren daher erst viel später davon.» Die Blossstellung im Internet sei zudem öffentlich und könne nicht so einfach rückgängig gemacht werden. Wenn ein Film weiterhin im Netz bleibe, nütze auch eine Entschuldigung des Täters nichts.“

(Tagesanzeiger, 13.3.08, Michel Wenzler: „Männedörfler Nationalrätin bekämpft Mobbing im Netz“)

Allerdings bedienen sich, gerade wegen der beschriebenen „Vorteile“ nicht nur Jugendliche des Cybermobbings, sondern auch Erwachsene. Und da kann eine solche Attacke durchaus grossen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Klassisches Mobbing wurde bisher vorallem als etwas verstanden, dem Angestellte ausgeliefert sind, sie werden entweder „von oben“, also von ihren Chefs, oder „von der Seite“, also von Teammitgliedern gemobbt, das Cybermobbing aber erlaubt ein geschicktes und risikoarmes Mobbing „von unten“, quasi von den Graswurzeln her.

Dies macht es für herrische, ungerechte Chefs besonders gefährlich.

„Offiziell heißt es, Richard Phillips habe gekündigt, um sich eine Auszeit zu gönnen. Doch in Wahrheit wurde der ehemalige Anwalt der internationalen Kanzlei Baker & McKenzie von seiner Sekretärin derart bloßgestellt, dass sein Ausscheiden unumgänglich war.

Wochen zuvor hatte sie bei einem Arbeitsessen die Hose ihres Chefs versehentlich mit einem Spritzer Ketchup bekleckert. Phillips ermahnte die Mitarbeiterin mehrmals in rüdem Ton, ihm die Reinigungskosten in Höhe von vier Pfund zu erstatten.

Die aber tat etwas anderes: Per E-Mail informierte sie alle Kollegen über das Gebaren des Anwalts. Phillips machte als geizigster Boss Englands Schlagzeilen.“

(Capital, 17.1.08, Mischa Täubner: „Attacken gegen den Chef“)

Aber grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer in einer Führungsposition gemobbt werden, unpopuläre Entscheide gehören ja quasi zum Job.

 

Aber gerade auch bekannte Blogger sehen sich auch immer wieder Hasstiraden und Mobbingattacken ausgesetzt. Bei Frauen wird dabei auch gerne die sexuelle Schiene gefahren. „Du bist nur neidisch, weil du so scheisse aussiehst“ ist da gerade noch harmlos.

Es scheint gerade so, als würden Männer im Schutz der Anonymität Chauvinismus und Sexismus ausleben, der in der „echten Gesellschaft“ längst nicht mehr in diesem Masse toleriert wird.

Bekanntestes Opfer von sexualisiertem Kommentarterror ist Kathy Sierra.

„Die Software-Designerin betrieb einen Technik-Blog und trat oft als Rednerin bei Software- und Compterkongressen auf. Im Frühjahr 2007 sagte sie sämtliche Engagements ab und schloss ihre Website. Der Grund: Seit Monaten war sie Zielscheibe von brutalen Angriffen gewesen. Auf ihrer eigenen Seite wurde sie als „langweilige Schlampe“ bezeichnet, man drohte ihr, sie zu vergewaltigen, wen sie nicht aufhöre zu schreiben. Bei anderen Blogs tauchten Fotomontagen auf, in denen Sierra mit einem Seil um den Hals oder schreiend, mit einem Tanga auf dem Gesicht, zu sehen war.“

(Haaf, Klingner, Streidl: Wir Alphamädchen. S. 134)

Hier ein Bericht über die Vorfälle auf CNN:

 

 

Sturm im Wasserglas? April 21, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 3:57
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In meinem letzten grösseren Beitrag habe ich prophezeit, dass ein Skandal, von Schweizer Bloggern veröffentlicht, nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas wäre. Jetzt wurde ich von Sebastian auf einen eben solchen Skandal hingewiesen.

Stattgefunden hat dieser im August 2006, und sein Ablauf gibt mir, zumindest teilweise, recht.

 

Der Blogger und Informatiker eMeidi hatte sich in seiner Freizeit mit den Unzulänglichkeiten des Bilderportals „Partyguide“ beschäftigt. Irgendwann bekam er einen Tipp bezüglich einer Sicherheitslücke bei „Partyguide“. Bei seinem ersten Hack-Versuch  hatte er freien Zugriff auf die persönlichen Daten von 190′000 Accounts.

 

Mit dem Know-How eines Script-Kiddies konnte sich jedermann Zugang zu Namen, Postanschriften, Mobiltelefonnummern und sogar Passwörtern aller Partyguide-Benutzer machen. Hinzu kamen die persönlichen Nachrichten, die zwischen Mitgliedern der Community ausgetauscht wurden.

Das Vorgehen erklärte eMeidi auf seinem Blog.

Nachdem eMeidi noch eine weitere Lücke publiziert hatte, wurde er von Partyguide auf die Liste der unerlaubten Wörter gesetzt (in Nachrichten wurde der Name „eMeidi“ ersetzt). Im Juni 06 schliesslich veröffentlichte eMeidi seinen dritten Hack. Daraufhin wenden sich die Partyguidebetreiber mit einem Schreiben an den Arbeitgeber von eMeidi. Gleichzeitig wenden sie sich, erstmals in dieser Angelegenheit, an die Partyguidenutzer und informierten diese über ein neues Passwort. Bisher hätte es „grobfahrlässige“ Passwörter gegeben, was nun nicht mehr möglich sei.

 

eMeidi selbst erfuhr erst im August 06 von diesem Schreiben, nachdem er bereits einen vierten Hack publiziert hatte, eine polizeiliche Befragung mit folgender Hausdurchsuchung und Konfiszierung von Server und PC über sich ergehen lassen konnte.

 

Im Schreiben an die Universität Bern (wo eMeidi als IT-Verantwortlicher im Departement Klinische Forschung sowie als Webmaster am Historischen Institut arbeitet) heisst es

Alle Hacker-Attacken wurden gemäss Aussage von seinem privaten PC gemacht. Es besteht keinerlei Zusammenhang zwischen der Strafanziege gegen Herrn Mario Aeby und Ihrem Institut. Wir erachten es als unsere Pflicht, Sie über die privaten Tätigkeiten Ihres Mitarbeiters zu informieren [...]

Ich weiss nicht, ob sich renommierte Institute wie die Ihren einen Webmaster mit solchen Verfehlungen leisten können oder möchten [...]

Es gab also keinerlei Veranlassung den Arbeitgeber von eMeidi anzuschreiben, mit Ausnahme der kindischen Hoffnung, ihm so persönlichen Schaden zuzufügen, in dem man seine Kündigung bewirkt. Anbetracht dessen, dass eMeidi die von ihm „erhackten“ Daten niemals missbraucht hatte, sondern lediglich festhielt, DASS ein Missbrauch möglich wäre, eine unfaire Vorgehensweise.

 

Die Blogosphäre hat zwar reagiert (mit 4 Posts), jedoch weniger als ich es erwarten würde, wenn ein Blogger angegriffen wird. Zudem haben auch zwei Zeitungen (die BernerZeitung und „Heute“) über den Vorfall berichtet. Doch das grosse Medienecho blieb aus, trotz amüsant geschriebenem Blogbeitrag.

Auch als eMeidi ein Jahr später über eine erste Einvernahme berichtet, bleibt es still. Trotz beschämenden Verhaltens von Partyguide-Chef Jason Fellmann, der sich von einem Mitarbeiter vertreten liess. Der zweite Termin, bei dem Fellmann anwesend sein muss, ist verschoben worden. Datum unbekannt.

 

Die ganze Geschichte nachlesen

 

 

Natürlich ist es gut möglich (und ich hoffe das auch!), dass heute ein solcher Fall anders medialisiert würde. Die Medien und die Politiker haben mittlerweile auch in der Schweiz die Blogs entdeckt, und auch wenn ichs ungern zugebe, „Heute“ hat wohl einiges dazu beigetragen.

 

"Heute" Blogticker, Slug und die Fähigkeit, sich gut zu verkaufen März 24, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 1:43
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Wie schon erwähnt, hatte die Gratiszeitung „Heute“  am Mittwoch, 12. 3. 2008 ihren Blogticker vorgestellt. „Heute“ hatte in ihrem Artikel den Eindruck erweckt, sie hätten fast alle Blogs von Schweizern aufgelistet:

„Über 2000 Schweizer führen heute einen Blog. [...] Auf heute-online.ch bieten wir dir mit dem Blog-Ticker eine praktische Suchmaschine an, bei der praktisch alle Schweizer Blogs aufgelistet werden. Die über 2000 Blogs [...]„

Es klang also so, als wären die „über 2000 Blogs“, was immer das genau heissen mag, sämtliche Schweizer Blogs. Mit der Frage konfrontiert, wie Slug denn nun seine Blogs zusammentrage, meinte Slug-Gründer Benjamin Rüegg

„Nun, der grösste Teil stammt von Anmeldungen, die über das Formular aufgegeben werden.
Andere füge ich teilweise von Hand dazu, wenn ich sie gerade beim surfen entdecke. Zudem
habe ich vor 3 Jahren eine Handvoll von www.blog.ch übernommen, das es jetzt nicht mehr gibt.“

Slug ist also bestimmt eine gute Sache, aber daraus ableiten, wie viele Schweizer Blogs es gibt, lässt sich nicht. Gut 2000 scheint mir doch etwas knapp geschätzt.

Im Übrigen habe ich bei näherem Hinsehen auch gemerkt, dass nicht alle auf Slug referenzierten Blogs auch wirklich aus Schweizer Hand stammen. Der Medienblog medienlese.com, auf den ich letzte Woche dort gestossen bin, ist jedenfalls nicht Schweizerisch.

 

Schweizer Blog-Suchmaschine März 16, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 5:04
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Oder: die Realität made by „Heute“.

Ich wollte noch schnell bei heute-online anfragen, welche Blogs denn verzeichnet wären, beziehungweise, eben, wie sie denn alle Schweizer Blogs zusammengesucht hätten. Nachdem ich länger als ich gerne eingestehen würde, nach einer Möglichkeit gesucht habe um eine Nachricht an die Redaktion zu senden, hab ich’s entdeckt. Das kleine Symbol oben rechts über dem Blogticker. „powered by slug“. Es ist also nicht wirklich der Verdienst von „Heute“, eine eigene Schweizer Blog-Suchmaschine aufgebaut zu haben, auch wenn der Artikel vom 12. März 2008 danach klingt.

Nun wird mir wohl Slug meine Frage beantworten müssen.

Nebenbei habe ich auch den Schweizer Medienwatchblog entdeckt. Hätte ich den früher gefunden, hätte das auch eine Aufgabe während meiner Lektion gegeben!

 

Kryptonite – oder: Könnte auch in der Schweiz ein Skandal in der Blogosphäre beginnen? März 16, 2008

Gespeichert unter: Uncategorized — Laura @ 4:48
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In den USA ist die Firma Kryptonite dafür bekannt, besonders sichere Fahrradschlösser herzustellen. In der Blogosphäre hingegen kennt man Kryptonite als Synonym dafür, was Blogs anrichten können.
Kryptonite erlebte 2004 ein wahres Fiasko, begonnen hatte es im Internet.

Ein Biker entdeckte, dass sich sein Kryptonite Fahrradschloss mit Hilfe eines einfachen Plastikkugelschreibers knacken liess.
Kappe hinten abziehen,  mit dem Stift etwas in der Schlüsselöffnung herumstochern und das Schloss gab nach. Er warnte mit einer knappen Notiz andere Fahrradfahrer in einem Bikeforum. Nachdem dort viele ungläubig reagierten, testete Benjamin Running diese Methode, ein Kryptonite-Schloss zu öffnen, und hielt seinen geglückten Versuch auf einem Video fest, welches er auf seine Homepage stellte.

Von dort dauerte es nicht lange, und das Video verbreitete sich in den Blogs. Laut der Blog-Suchmaschine Technorati haben nach nur einer Woche bereits 1,8 Millionen User das Video gesehen. Es tauchten weitere Videos auf, die bewiesen, dass es sich nicht nur um einen Konstruktionsfehler eines Fahrradschlosses handelte, sondern dass sich eine ganze Reihe von Fahrradschlössern (auch von anderen Herstellern) mit einem Stift öffnen liessen.

Bei Kryptonite soll man zu diesem Zeitpunkt von der überdurchschnittlich hohen Internetpräsenz der eigenen Firma gehört haben, doch Kryptonite beschloss, das Problem auszusitzen.

Sie ignorierten nicht nur die entbrannte Diskussion unter Bloggern, sondern auch die darauf folgenden erbosten Mails von Kunden und Kundinnen.

Erst als der Skandal auch in die herkömmlichen Medien gelangte (allen voran die New York Times) kündigte Kryptonite eine Rückrufaktion an. Zu diesem Zeitpunkt hatte Kryptonite nicht nur den finanziellen Schaden (welcher vom US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“ auf zehn Millionen Dollar geschätzt wird) sondern auch einen nicht zu unterschätzenden Imageschaden.

Offenbar war sich die PR-Abteilung von Kryptonite nicht bewusst, welche Macht das Internet mittlerweile besitzt. In einem Artikel zum Thema (c’t 19/05, Aufruf: 16.3.2008 ) wird der Internet-Berater Martin Roell zitiert:

„Kryptonite schien nicht recht erfasst zu haben, dass sie nicht nur ein kleines Problem, sondern eine handfeste Krise hatten. [...]

Künftig werden immer mehr Produktprobleme online enteckt werden und Kommunikationskrisen online starten. Nur wenige Unternehmen sind darauf vorbereitet.“

Im deutschsprachigen Raum hat es bisher noch nichts Vergleichbares gegeben. Dies liegt vorallem daran, dass die deutschsprachigen Länder in Sachen Blogs ein Entwicklungsgebiet sind.
Blogsstats.de hatte im September 2005 62′000 Blogs in Deutschland angegeben (http://www.sixtus.net/article/612_0_2_0_C1/, c’t 19/05, Aufruf: 16.3.2008 ), geht man von einer Verdoppelung der Blogs alle 5 Monate aus, wie sie Sixtus (http://www.sixtus.net/article/612_0_2_0_C1/, c’t 19/05, Aufruf: 16.3.2008 ) annimmt, wären das bis heute etwa 3′968′000 deutsche Blogs, vermutlich sind es in Österreich noch einmal so viele. Die vom Gratismagazin „Heute“ lancierte Schweizer Blog-Suchmaschine hatte am 12. März 2008 2000 Blogs verzeichnet (wobei es spannend wäre, zu wissen, wie sie auf diese Zahl kommen). Es ergäben sich also etwa 8 Millionen deutschsprachige Blogs. Davon sind allerdings nur etwa 30 % non-personal Blogs, also Blogs, die nicht lediglich Tagebücher sind (Dachtler: Watchblogger – eine individualethische Analyse deutscher Weblogs. Kapitel 2.3. Aufruf: 24.2.2008 ). Somit ergäbe sich eine Zahl von etwa 2,4 Millionen Blogs, welche bei der Aufdeckung eines solchen Skandals mitwirken könnten. Möglicherweise wäre also ein Skandal in der deutschsprachigen Blogospähre möglich, in der Schweizer Blogosphäre hingegen würde es wohl nur zum Sturm im Wasserglas reichen.