Im Vortrag bin ich bereits darauf eingegangen, im Blog hab ich das bisher gelassen; Die Frage nach den Blogautoren. Wer verbirgt sich hinter den Blogs, die unsere Meinung beeinflussen (wollen)?
„Eine aktuelle Studie des Pew Internet & American Life Project gelangt zu ähnlichen Werten (Anmerkung von mir: wie eine andere Studie 2004) für die US-amerikanischen Blogger (54% Männer, 46% Frauen). Insgesamt sollen in den USA 8% der Internetuser, also etwa 12 Millionen Menschen, ein Weblog führen.“ (Enrico Fischer (2007): Weblog & Co. VDM Verlag Dr. Müller, S. 38 )
„Wie aus anderen Studien hervorgeht, ist der grösste Teil der Weblog-Autoren jünger als 30 Jahre [...]. Interessant ist – um noch einmal auf den Gender Aspekt des Blog-Phänomens zurückzukommen – die Tatsache, dass in der Altersgruppe der unter 20-jährigen die weiblichen Nutzer zahlenmässig dominieren (nach Schmidt sind 66% der bloggenden Teenager weiblich und der „Teen Content Creators and Consumers Report“ des Pew Project kommt zu ähnlichen Ergebnissen). Schmidt erklärt dies mit der Tagebuchfunktion vieler Blogs und der kulturhistorisch eher weiblichen Praxis des Tagebuchschreibens.“ (Enrico Fischer (2007): Weblog & Co. VDM Verlag Dr. Müller, S. 38f)
Desweiteren schreibt Fischer (ebd.), die meisten Blogger seien in der Ausbildung oder selbstständig Erwerbende, da diese das Internet intensiver nutzten und besser damit umgehen könnten. Zerfass/Boelter erwähnen noch
„dass die Weblog-Betreiber überdurchschnittlich gut ausgebildet sind. In den USA haben 39 Prozent einen Hochschulsabschluss (Pew Internet 2005a), in Deutschland bloggen in dieser Gruppe ein viertel mehr als bei den formal weniger Qualifizierten (Berlecon 2004).“ (2005: Die neuen Meinungsmacher. Nausner&Nausner, S. 49)
2005 führte das Singepore Internet Research Centre eine umfangreiche Umfrage durch, die zeigen sollte, wer warum bloggt. In der Studie werden Blogs in zwei Kategorien eingeteilt, in die personal und die non-personal Blogs. (Matthias Dachtler (2006): Watchblogger, Kapitel 2.3)
In Personal Blogs wird hautpsächlich über persönliche Erfahrungen berichtet, einem Tagebuch ähnlich, wie Fischer bereits erwähnte. Personal Blogger und Bloggerinnen schreiben grösstenteils, um „ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken“.
Non-Personal widmen sich einem speziellen Thema. Sie werden häufiger aktualisiert als personal blogs und die Bloggautoren sind besser ausgebildet und zu einem grossen Teil männlich. Sie haben im Schnitt mehr Leser und verbringen mehr Zeit mit ihrem Blog. Sie schreiben, um Geschehnisse zu kommentieren und „ihr Wissen in einem Themengebiet anderen zugänglich zu machen“
Verschiedene Studien bestätigen, dass etwa 70% der Blogs personal sind. Die 30% non-personal Blogs werden allerdings stärker wahrgenommen.
„Wenn man „Blog“ sagt, denken die meisten Leute an die bekanntesten Blogs, die mehrmals am Tag aktualisiert werden und Zehntausende Besucher täglich haben. Diese machen aber nur die Spitze des Eisbergs aus: Zwar sehr gut sichtbar, aber nicht charakteristisch für den ganzen Eisberg. Unter dem Wasserspiegel stecken die Millionen Blogs, die fast nicht verlinkt sind, weil sie nur für die Familie, Freunde und Kollegen interessant sind. (Henning 200, S. 3, zitiert nach Matthias Dachtler (2006): Watchblogger, Kapitel 2.2)
Man könnte also sagen, dass es zwei Arten von typischen Bloggern gibt. Einerseits die weibliche Jugendliche, die auf ihrem Blog Freunden berichtet, was sie so erlebt hat und andererseits den männlichen, gut ausgebildeten und urbanen non-personal Blogger, der bloggt um ein breites Publikum zu erreichen und deswegen auch mehr Zeit damit verbringt. Nette Geschlechterstereotypen…
Mein Name ist Laura. Ich studiere im 4. Semester Informationswissenschaft an der HTW Chur und arbeite daneben 60% in einer allgemein öfftenlichen Bibliothek.
Das Thema "Wirtschaftsmach der Blogger" habe ich gewählt, weil mich die Möglichkeiten der Bevölkerung sich in das wirtschaftliche Leben einzumischen, schon immer interessiert haben. Meiner Meinung nach wird zu viel von einer wirtschaftlichen Elite, fast schon einem Filz, entschieden. Vielleicht kann das Internet etwas daran ändern?

Wir haben ja gelernt, dass gerade ältere Personen und vorallem Frauen für Internetdienste und/oder Online-Games ein wachsender Markt darstellen. Vielleicht wird das Blogschreiben bald eine interessante und regelmässige Tätigkeit für Pensionierte, die auf diese Art ihr Wissen weitergeben können und gleichzeitig sinnvoll beschäftigt sind!?!? Ich bin sicher, dass in dieser „neuen“ Schreibergruppe noch Potential vorhanden wäre…